Meine Sicht: die Amis – Part 2

26 09 2010

Heute hatten wir wieder eine erwähnenswerte Situation mit einem Amerikaner, über die ich berichten möchte.
Auf dem Weg von Las Vegas nach Three Kings Rivers haben wir noch einen Abstecher ins Death Valley gemacht. Dieser Schlenker hat zusätzliche 4 Stunden in Anspruch genommen.
Gegen 17 Uhr haben wir Halt an einem Rastplatz gemacht, an dem es am Parkplatz auch ein Münztelefon gab. Da wir erst gegen 22 Uhr im Hotel ankommen werden, haben wir uns entschlossen, kurz dort anzurufen um zu fragen, ob dies ein Problem sei…

Die Aufgabe war eigentlich klar: Hörer in die Hand nehmen, 2 Quarter einwerfen, Nummer wählen, kurz warten und reden. Aber leider passierte nichts, außer dass eine Computerstimme etwas faselte, wodrauf wir uns keinen Reim machen konnten. Also noch ein Versuch. Gleiches Ergebnis…
Uns muss ein großes Fragezeichen auf der Stirn gestanden haben, denn es kam ein Amerikaner zu uns und fragte, ob er uns helfen könne. Ich erklärte ihm kurz die Situation, worauf er uns sagte, dass er einen Account hat und für uns wählen könne. Also versuchte er es nun: Hörer abgenommen, Zettel aus der Hosentasche gefischt, die daraufstehende endlose Nummer abgetippt, unsere Hotel-Nummer hinterher und YEAH!, es klappt!
Habe der Dame am anderen Ende erzählt, dass wir erst gegen 22 Uhr eintreffen werden, was aber kein Problem sei. Klasse.

Die zwei Quarter wollte unser freundliche Helfer auch nicht annehmen. Er fragte uns anschließend, woher wir kommen und wohin wir heute noch fahren wollen.
Er meinte, dass dies noch ein ganzes Stück zu fahren sei und fragte, ob wir eine vernünftige Karte hätten. Nunja, wir haben Samantha (unser Navi) und eine eher undetaillierte Karte vom Westen der USA. Er sagte uns, dass er eine super Karte von Kalifornien im Auto hat, die er uns schenken möchte. Wir waren total überrascht und fanden seine Hilfsbereitschaft einfach nur riesig!
Unterm Strich hat er Samantha allerdings zugestimmt, was die Streckenauswahl anbelangt. Trotzdem sollten wir die Karte einfach mal mitnehmen, wer weiss, ob wir sie nicht noch mal brauchen würden.

Unsere neue Karte!

Und nun ihr: würdet ihr in Deutschland Ausländer ansprechen, wenn ihr seht, dass sie Probleme beim Telefonieren haben? Ich hätte es in der Vergangenheit wohl eher nicht getan, werde zukünftig aber meine Hilfe anbieten und mich an diesen Moment erinnern!

Cheers,
Mitchy.

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4 responses

27 09 2010
Beany

Ich habe bisher 2 solcher guten Taten in Erinnerung. Einmal ein Rumänischer LKW Fahrer, der probleme hatte sein Ziel zu finden. Ich habe die Adresse kurzerhand in mein Navi eingegeben und ihn zu seinem Zielort gelotzt.

Und ein Brite, der sich in meine Straße verirrt hat, habe ich auch zu seinem Bridge Tunier gelotzt.

Aber generell herrscht schon der Gedanke vor: „Ich habe schon genug eigene Probleme!“

27 09 2010
Anaxabia

Ja, die Amis sind ein sehr freundliches und hilfsbereites Völkchen. Die Erfahrung habe ich dort auch gemacht. Weiß nicht, warum ich von etwas Anderem ausging.

Wenn ich eine ähnliche Situation in Deutschland erlebe, bin auch ich immer gerne hilfsbereit. Leider häufen sich in den letzten Jahren immer mehr die Schauermärchen, wo (gerade von Ausländern) Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird. Daher bin ich auf öffentlichen Plätzen hilfsbereiter als in einer „dunklen Ecke“ oder auf der Landstraße…

Euch weiterhin eine schöne Reise mit vielen neuen Eindrücken der Amerikanskis 🙂

27 09 2010
Monasterium

Also meine Hilfe offensichtlich ratsuchenden Menschen anbieten ist kein Problem.

Allerdings bin ich eher skeptisch, wenn mir jemand seine Hilfe anbietet oder aufdrängt, vorallem wenn ich sie nicht erfragt habe.
Da bin ich eher zurückhaltend und misstrauisch und wäre vermutlich auch nicht mitgekommen um die Karte anzunehmen, wie in euerm Beispiel.
Gegen Smalltalk hab ich aber nix.

Vielleicht muss man sich daran gewöhnen.

28 09 2010
Mitchy79

Danke für eure Kommentare!
Bevor der falsche Eindruck entsteht: ich bin auch durchaus hilfsbereit und habe auch schon jemanden mit meinem Navi dahin gelotst , wo er hinwollte. Ich drücke auch schon mal einem Hungrigen auf der Strasse etwas zu Futtern vom Becker in die Hand.
Ich glaube, ich fühlte mich vielmehr ertappt, dass sich meine Vorurteile über die Amis mal wieder ganz eindeutig nicht bestätigt hatten, denn ich hätte nie im Leben mit Unterstützung in dieser Situation gerechnet!
Hilfsbereitschaft ist was tolles und wenn man etwas von dem zurückbekommt, ohne es erwartet zu haben, dann motiviert das doch umso mehr, beim nächsten Mal selbst Hilfe anzubieten.
Ein Geben und Bekommen. Schön!

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